Jugendliche besuchen Auschwitz und Birkenau

©Foto: pm | nhSchrecksbach. In den Herbstferien unternahm eine Gruppe junger Erwachsener (Schulsozialarbeit, Erzieherinnen, Juleica-Absolventen) eine fünftägige Bildungsfahrt in die KZ Gedenkstätte Auschwitz und nach Birkenau. Die Unterbringung erfolgte in der von der Aktion Sühnezeichen und der Stadt Oswiecim gegründeten Internationalen Jugendbegegnungsstätte in unmittelbarer Nähe zum Stammlager Auschwitz.

Die Arbeit der Begegnungsstätte steht unter den zwei Prämissen:
1.)Auschwitz war eine zu schmerzliche Erfahrung für die Menschheit als dass man sie vergessen könnte.
2.) Aus der Geschichte lassen sich für die Zukunft von uns allen Lehren ziehen: Durch gegenseitiges Kennenlernen und der Beschäftigung mit der Geschichte können Ängste, Vorurteile und Feindseligkeiten abgebaut werden. Somit ist die internationale Bildungsstätte ein Ort der Überwindung von Barrieren und Vorurteilen und der Reflexion und des Dialogs.

Durch fachkundige Begleitung einer deutschen und polnischen Bildungsreferentin ging es durch
die Gedenkstätten und in Seminareinheiten wurden die sehr emotionalen Eindrücke und Erlebnisse reflektiert und verarbeitet.

©Foto: pm | nh»Es ist völlig irrational, dass solche Lager wie Auschwitz existiert haben. Es ist nicht zu glauben, was wir gesehen haben. Die Größe der Lager, weit auf der Ebene bis um Wald am Horizont, die Zäune, so viele Gebäude und das ausgeklügelte System zur Menschenvernichtung. Schuppen mit Lagerstätten, die den Namen Bett nicht verdienen, sind die Bleibe der Menschen für die Zeit im Lager, solange sie noch leben. Gaskammern, in denen die Juden zu Tausenden vergiftet wurden. Sprachlosigkeit und unendliche Traurigkeit begleiten uns. Blumen werden an den ehemaligen Krematorien zur Erinnerung niedergelegt und ohne Worte geht es zu den nächsten markanten Punkten der nationalsozialistischen Vernichtungsorte.
Gleissysteme führen an die Orte, Rampen zur Entladung der Menschen wie Vieh wurden gebaut. Und das Schlimmste, die Dinge, die davon zeugen, dass tatsächlich einmal Menschen lebendig in die Lager hineingegangen, aber nie wieder rausgegangen sind. Unmengen von Brillen, abrasierten Haaren, unzählbarer Zahnersatz  können nicht lügen. Wut und Tränen begleiten uns. So etwas darf nie wieder die Geschichte eines Volkes kennzeichnen! Beim Anblick der vielen jugendlichen Besuchergruppen- vor allen bei jüdischen, die das Lager besuchen, schämen wir uns für das, was zu der damaligen Zeit geschehen ist. Auch, wenn es lange vor unserer Zeit war, so sind wir Deutschen doch immer mit dieser Geschichte verbunden. In einer meditativen Reflektionsrunde konnte die Gruppe eigene Gedanken ausdrücken und das Erlebte somit ein Stück verarbeiten.
Der Aufenthalt war für uns alle sehr hilfreich. Bot er doch, nach diesen Erlebnissen einen anderen Blick auf den Holocaust im dritten Reich und macht sensibel für die Probleme der heutigen Zeit: Der zunehmenden Gewaltbereitschaft rechtsradikaler Strömungen, bis hin zur Fremdenfeindlichkeit und der Verherrlichung bis hin zur Verleugnung dessen was wir gesehen haben. Bleibende emotionale Erinnerungen die ermutigen sich  für Frieden, Gerechtigkeit und Zivilcourage stark zu machen«, berichten Kreisjugenddiakon Dieter Klitsch für die kommunale/kirchliche Jugendarbeit in Schrecksbach und Jugendpfleger Daniel Helwig. (pm)©Foto: pm | nh

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Dieser Artikel steht seit dem 03.11.2014 13:42 Uhr online.
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