Gedenken an den Ursprung des Roten Kreuzes

Romrod|La Coquille. Einen einwöchigen Aufenthalt haben die Mitglieder des DRK Romrod unter der Leitung des DRK Vorsitzenden Jörg Gaudl und in Kooperation mit dem Fördervereinsvorstand Städtepartnerschaft Wilhelm Weidner und Ilona Schmelz in Romrods Partnergemeinde La Coquille verbracht.

Mit dem Kleinbus bei stürmischem Wetter in Frankreich angekommen, konnte die Delegation aus Vorstand und Jugendrotkreuz eine Woche lang fast sommerliches Wetter in der Partnerregion Hessens „Aquitaine“ verbringen.

Im Rahmen des vielseitig angebotenen Besichtigungsprogramms konnten die Rotkreuzler in den Familien in und um La Coquille viele gute Erfahrungen auf persönlicher Ebene machen. Neben den vielen guten Gesprächen war ein weiterer Höhepunkt der Besuch der 1. Weltkriegsgedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass. Der dortige Soldatenfriedhof und die zugänglichen französischen und deutschen Stellungen waren insbesondere für die Gruppe der Rotkreuzler ein wichtiger Besinnungspunkt.

Gedenkkreuz Nachdem letztes Jahr das Rote Kreuz sein 150jähriges Gründungsjubiläum feiern konnte, dass aus der Notwendigkeit der unparteiischen Hilfe von verletzten Soldaten auf Schlachtfeldern entstand, war das diesjährige Gedenken zum 100 Jahrestag des Ausbruchs des 1. Weltkriegs Mahnung, Gedenken und Gewissheit, dass die Arbeit des Roten Kreuzes weiterhin wichtig ist und zu fördern gilt. „Ich habe von diesen Dingen bisher immer nur im Geschichtsunterricht gehört.“, wusste Louisa Kratz (Jugendrotzkreuz) bei der Besichtigung der original erhaltenen Schützengräben zu berichten. Lisa Kelm die als Übersetzerin den gesamten Besuch maßgeblich unterstützt hat, war sichtlich betroffen bei dem Anblick, wie und wie viele junge Deutsche und Franzosen auf diesem Höhenzug der damaligen Front ihr Leben für Kaiser oder „République“ lassen mussten. 12.000 dort bestattete Soldaten mahnen zur Einigkeit in Europa. „Eine lehrreiche und gute, aber auch sehr schöne Fahrt, die wir gemacht haben!“ fasst Vorstandsmitglied Ursula Runkel die Begegnung zusammen.

Hintergrund: Bundesarchiv Bild Deutscher Soldat auf dem HartmannsweilerkopfDer Hartmannswillerkopf (956 m ü.N.N. - Hartmannsweilerkopf hochdeutsch) liegt heute in Frankreich und hat bis zum 1. Weltkrieg zum deutschen Kaiserreich gehört. Dieser Frontabschnitt ist zwei Punkten beachtenswert, da sich die Front hier über einen Höhenzug in den Vogesen zog und der einzige Abschnitt war, auf dem die kaiserlichen Armeen ins eigene Land zurückgedrängt wurden, während der restliche Teil der Westfront auf französischem bzw. belgischem und damit flacherem Gebiet verlaufen war. Am "Menschenfresser" (Mangeur d'hommes) genannten Berg starben rund 30.000 Deutsche und Franzosen. Bei Kälte, Schnee und Regen sowie unter katastrophalen sanitären Bedingungen mussten die Soldaten auf den Kuppen der Vogesen durch tiefen Schlamm und Schmutz waten. Wer nicht durch Kugeln und Granaten starb, fiel Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus zum Opfer. Bundespräsident Gauck und Staatspräsident Hollande haben Anfang August 2014 die französische Gedenkstätte besucht und vereinbart, diese ab 2017 zu einer deutsch-französischen Gedenkstätte umzugestalten.

Dieser Artikel steht seit dem 03.11.2014 10:27 Uhr online.
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